Mit dem Gesichtsfeld ist der gesamte Bereich gemeint, den ein Auge wahrnimmt, ohne dass sich der Blick bewegt, von der Mitte bis weit in die Randbereiche. Schädigungen der Netzhaut oder des Sehnervs sowie hängende Augenlider können diesen Bereich einschränken, oft schleichend und ohne dass Betroffene es zunächst bemerken.
Mit der Gesichtsfeldmessung, fachlich Perimetrie genannt, untersuchen wir bei Clear Vision Cologne gezielt, ob solche Ausfälle bestehen, wo genau sie liegen und wie stark sie ausgeprägt sind.
Unser Gehirn füllt kleine Lücken im Sehen einfach auf, manchmal jahrelang, ohne dass man etwas davon merkt. Wenn wir Ihnen die Ergebnisse erklären, geht es uns genau darum: dass aus dieser stillen Unsicherheit wieder echtes Wissen wird.
Eine Gesichtsfeldmessung gilt bei medizinischem Anlass als gezielte, wichtige Vorsorgeuntersuchung. Die Perimetrie kommt jedoch nicht nur bei einer einzelnen Erkrankung zum Einsatz, sondern liefert bei verschiedenen Fragestellungen rund um Sehnerv und Netzhaut wichtige Informationen.
Die Gesichtsfeldmessung spielt vor allem bei der Diagnose und Verlaufskontrolle des Grünen Stars (Glaukom) eine zentrale Rolle, da diese Erkrankung den Sehnerv schädigt und zunächst meist die äußeren Bereiche des Gesichtsfelds betrifft.
Bei einem bestehenden Glaukom gehört die wiederholte Testung des Gesichtsfelds neben der Augendruckmessung und der Beurteilung des Sehnervenkopfs zu den wichtigsten Bausteinen der Diagnostik. Fachliche Empfehlungen gehen davon aus, dass die Untersuchung in den ersten zwei Jahren nach Diagnose dreimal jährlich und ab dem dritten Jahr zweimal jährlich wiederholt werden sollte, um eine typische Progression frühzeitig zu erkennen. Diese Einschätzung stützt sich unter anderem auf große Verlaufsstudien wie die Early Manifest Glaucoma Trial (EMGT) und die Ocular Hypertension Treatment Study (OHTS).
Auch bei Netzhauterkrankungen wie der altersabhängigen Makuladegeneration kann die Untersuchung wichtige Hinweise liefern.
Weiterhin wird die Untersuchung durchgeführt, wenn hängende Lider (Ptosis) oder Schlupflider bestehen.
Darüber hinaus setzen wir die Perimetrie ein, wenn der Verdacht auf eine neurologische Ursache besteht, etwa
Das Tückische an vielen Gesichtsfeldausfällen ist, dass sie zunächst die Randbereiche betreffen und vom Gehirn lange ausgeglichen werden. Erst wenn die Einschränkung weiter fortschreitet, fällt sie im Alltag auf, etwa beim Übersehen von Gegenständen oder Personen am Rand des Sichtfelds. Genau deshalb ist die Gesichtsfeldmessung so wertvoll: Sie macht Veränderungen sichtbar, die im normalen Sehen noch gar nicht spürbar sind.
Die Untersuchung findet nach einem gemeinsamen Gespräch in einem abgedunkelten Raum statt. Sie blicken auf einen Bildschirm oder in eine Halbkugel und fixieren einen Punkt in der Mitte, während ein Auge mit einer Augenklappe abgedeckt wird. Sobald Sie einen Lichtpunkt am Rand Ihres Sichtfelds wahrnehmen, geben Sie über einen Signalknopf Rückmeldung. So wird Schritt für Schritt erfasst, wie weit Ihr Gesichtsfeld reicht und ob es Bereiche gibt, in denen Sie nichts wahrnehmen.
Da jedes Auge einzeln untersucht wird, wiederholt sich der Vorgang für das zweite Auge. Insgesamt sollten Sie für die gesamte Untersuchung etwas Zeit und Konzentration einplanen, da das Ergebnis stark von Ihrer Mitarbeit abhängt. Müdigkeit oder Ablenkung können die Messung beeinflussen, weshalb wir empfehlen, möglichst ausgeruht zu der Untersuchung zu kommen.
Im Anschluss erläutern wir Ihnen die Ergebnisse ganz transparent. Wir zeigen Ihnen, ob das Gesichtsfeld unauffällig ist oder ob sich Auffälligkeiten zeigen, und ordnen ein, ob eine weitere Diagnostik oder eine regelmäßige Verlaufskontrolle sinnvoll ist.
Ein unauffälliges Ergebnis bedeutet, dass derzeit keine relevanten Einschränkungen im Gesichtsfeld vorliegen. Zeigen sich dagegen Lücken oder Ausfälle, geben Ort und Ausmaß wichtige Hinweise auf die mögliche Ursache. Ausfälle im äußeren Gesichtsfeld können beispielsweise auf ein Glaukom hindeuten, während Veränderungen im zentralen Bereich eher für eine Netzhauterkrankung sprechen.
In jedem Fall gilt: Ein einzelner Befund wird immer im Zusammenhang mit weiteren Untersuchungen und Ihrer persönlichen Vorgeschichte beurteilt, nicht isoliert.
Prof. Dr. Dr. Ludwig M. Heindl, M.Sc., Facharzt für Augenheilkunde
„Eine Gesichtsfeldmessung wirkt auf den ersten Blick technisch, fast ein bisschen wie ein Geschicklichkeitstest. Dahinter steckt aber eine der wichtigsten Untersuchungen, wenn es um den Sehnerv geht. Viele Veränderungen, etwa beim Glaukom, bemerken Patientinnen und Patienten selbst über Jahre nicht, weil das Gehirn die Lücken im Sehen ausgleicht. Genau das macht die Untersuchung so wertvoll für uns."
Ja, da in der Regel keine Pupillenerweiterung notwendig ist, bleibt Ihr Sehen nach der Gesichtsfeldmessung unbeeinträchtigt.
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